Der Besuch des Schreckens! :D

 

Unser 12.10 fing sehr lustig an, zumindest bei mir. Um halb zehn klingelte bei mir der Wecker und ausnahmsweise war ich mal nicht müde, dass kam in letzter Zeit eher seltener vor. Ich ging ins Bad, zog mich an und schnappte mir dann Merlin, die Leine, den Maulkorb (haben wir unseren ätzenden Nachbarn zu verdanken) und ging nach draußen. Wenn ich so sagen darf: es war schweinekalt. Ich hatte ja nur einen Rock, eine Strumpfhose, Stulpen, ein T-Shirt und einen Cordblazer an. So ging ich zitternd nicht so lange, aber ein Bauer, der wohl irgendeinen Trecker säuberte, oder weiß der Geier was machte, demonstrierte mir noch mal, wie dumm ich war, dass ich nur so wenig anhatte, in dem er mir einen Vogel zeigte.

Nach dem Spaziergang, ging ich wieder hoch und weckte meinen Pa, der schlief nämlich immer noch, der schien auch nicht von meinem Gepolter wach geworden zu sein, wie meine Mutter und jagte ihn ins Bad. Um zwanzig nach zehn (und fünf nach halb fuhr der Bus) fuhr er mich dann zur Bushaltestelle, weil ich zu Fuß mindestens 25 Minuten gebraucht hätte.

Da er rücksichtslos und viel zu schnell gefahren war, mussten wir noch fünfzehn Minuten im Auto sitzen, er wollte mich ja nicht rauslassen und wieder Heim fahren, weil er der Meinung war, dass ich zu dünn angezogen sei. Naja, was erwartet er, in den Läden ist es viel zu warm, für eine Winterjacke, und was anderes hätte ich sonst nicht zum anziehen gehabt und ich hatte heute eben einfach Lust auf einen Rock mit Zubehör! *ggg*

Wenigstens der Bus kam einigermaßen pünktlich. Mein Pa jagte mich also im wahrsten Sinne des Wortes aus dem Auto – ach ja, wir hatte auf der Bushaltestelle geparkt – und fuhr los, ich dagegen stieg in den herangefahrenen Bus.

Das erst, was ich tat, war Nadine noch mal zum Geburtstag gratulieren (sie hatte genau vor einer Woche) und ihr mein Geschenk zu überreichen. Fridde (Abkürzung für Friederike) bekam einen echt krassen Schock, denn sie hatte den Geburtstag, trotz mehrmaligen Erinnern meinerseits, immer noch vergessen und versuchte das so schnell wie möglich nachzuholen. Nadine hat sich, glaube ich, über die Zehensocken gefreut.

Dann übergab ich Hanni (Abkürzung für Hanneke) ihre Videokassette, die sie mir eine Woche vor den Ferien geliehen hatte, zurück und sie gab mir Prinzessin in Pink, damit ich es lesen konnte (ich habe es übrigens jetzt, einen Tag später schon durch). Dann unterhielten wir uns über Vergesslichkeit. Ich habe vergessen zu fragen, ob meine Ma Fridde ihre CD leiht, Fridde hat den Geburtstag vergessen, Hanni hatte mal wieder gar nichts vergessen und Nadine hatte auch irgendetwas vergessen, aber ich weiß jetzt gerade nicht, was es war.

Wir unterhielten uns noch über jede Menge, wir teilten das Geld für die Gruppenkarte, und lachten jede Menge, bis wir bei der Steinfuhrter Allee angekommen waren und in die Bahn stiegen, die nur wenige Minuten später ankam. Aber vorher hatte ich auf dem Bahnsteig die Frage: Welchen Film wollen wir uns heute anschauen: Terminal oder Plötzlich Prinzessin 2?? Hanni und mir war es egal, aber Fridde wollte Terminal gucken und Nadine eben nicht. Ich schlug Taschentuch ziehen vor, aber das wurde sofort abgelehnt.

In der Bahn diskutierten wir immer noch darüber. Fridde und Nadine mussten ja noch ausmachen, welchen Film wir gucken wollten. Mein Taschentuchziehen wurde ja nur augenverdrehend abgelehnt... Fridde erklärte sich bereit Plötzlich Prinzessin mitzugucken, wenn Nadine einmal ihren Kopf durchsetzte. Es war sehr lustig Nadine mal in Aktion zu sehen! :D

In der Mönkebergstraße stiegen wir letztendlich aus.

Als aller erstes stach uns ein Klamottenladen im Untergrund in die Augen, der hatte zwar jede Menge lustige Sachen, war aber nicht zu bezahlen. Oben gingen wir dann ins Collosseum. Dort kaufte Fridde sich eine Hose und ich mir zwei Oberteile. Nachdem diese Hürde, es war wirklich eine Hürde, weil der Laden proppevoll war, überwunden war, bummelten wir noch ein bisschen herum und begegneten einer schwarzhaarigen Frau, die mit Kamera und Mikrofon (oder wie die Dinger im Fernseher auch heißen) ausgestattet war und zu uns rüberwuselte, bzw. uns entgegen kam. Sie bot uns ein neues Styling an, - Hanni hatte sich schnell verzogen und hatte Nadine, Fridde und mich alleine gelassen – weil ihr unser ewiger Pferdeschwanz störte und die tristen Farben, welche die anderen beiden anhatten, mich aber lobte sie (hehe :D), weil ich ein strahlendes orangenes T-Shirt trug. Sie wollte unsere Handynummer, oder zumindest meine, haben, um sich bei uns zu melden, ob wir in die engere Wahl gekommen sind und ein Styling umsonst bekommen hätten.

Freudenstrahlen stiefelten wir weiter und gingen zunächst auf H&M zu. Fridde wollte ein T-Shirt umtauschen, in dem ein Webfehler war. Aber das Glück wollte nicht weiter spielen, das T-Shirt gab es nicht mehr, nur eine Nummer größer UND auch mit einem Fehler. Als suchte Fridde nach einem anderen passenden und so wurde das gelbe T-Shirt, zum grünen. Nadine wollte sich eine Hose kaufen, und während wir auf sie gewartet hatten, machte ich mich über die Klamotten im Laden lustig. Tut mir ja leid, aber di meisten Sachen waren wirklich potthässlich. Nach weiteren Minuten des quälenden Wartens (ich MUSS jetzt ein bisschen übertreiben, liegt bei mir im Blut, sorry) gingen wir endlich raus und betraten den gegenüberliegenden Laden, Býou (eigentlich wird dieser Name mir einem y mit zwei Tüttelchen geschrieben, aber ich weiß nicht, wie das geht) Brigitte. Dort fand ich einen traumhaften Chinilleschal, den ich als Geburtstagsgeschenk für Michaela auserkoren hatte. Aber ansonsten hatten wir auch unseren Spaß in diesem Geschäft. Fridde kaufte sich ein Collier, na gut, es war ein mehrreihiger Halsreif, aber trotzdem. Hanni verliebte sich in ein Armband, bei dem ich überlegt hatte, ob ich vielleicht DAS Michaela schenken soll, aber sie kaufte es nicht.

Wir gingen ein Stück zurück, ungefähr dort, wo wir auf die schwarzhaarige Frau gestoßen waren (sie hatte sich übrigens nicht gemeldet und würde es auch den restlichen Tag nicht mehr machen) und wollten uns beraten, was wir denn nun machen. Zwischendurch ging ich zum nächsten Bäcker, er war drei Schritte entfernt, und kaufte mir drei Donats für 2,22 €. Fridde kaufte sich ein Brötchen.

So standen wir eine Weile rum und futterten, wobei mir schon nach einem Donat furchtbar schlecht wurde. Und plötzlich wurden wir von einer schwarzhaarigen Frau (diesmal einer anderen) angesprochen. Sie hatte zwar so eine Mikrofon und auch ein paar Leute, die mit ihr rumrannten, aber keine Kamera. Sie wollte von uns ein Kommentar zum Thema: Ewiger Geschlechterkampf. Mann stellt Frage: Wieso können Frauen nicht einparken und sich nicht einmal die Marke ihres Auto merken, ihm aber komische Namen wie Susi geben, dafür aber die Marke ihrer Lippenstifte.

Erst wollte das Mädel, das wir eigene Kommentare abgeben, aber mein einziges Kommentar war: dazu kann ich nichts sagen, ich fahre kein Auto und benutze auch keinen Lippenstift.

Sie wollte wissen, weshalb ich kein Auto fahre und bekam einen mittelmäßigen Schock, als sie erfuhr, dass ich erst fünfzehn bin. Anscheinend hatte sie mich, genau wie meine drei sechszehnjährige Freundinnen, älter geschätzt. Also sollte ich eine schon vorher ausgetüftelte Antwort vorlesen, was ich ziemlich bescheuert fand. Sie lautete: Hey Meike, hier ist Janine aus der City, mit dem Auto FAHRE ich ja nur, mein Lippenstift dagegen ist mein ständiger Begleiter, deshalb hat er ja wohl ein kleines bisschen mehr Aufmerksamkeit verdient.

Dann sollte Hanni drankommen. Wie ihr Satz lautete habe ich leider vollkommen vergessen, ich weiß nur noch, dass sie angeblich aus Farmsen kam.

Nach ihr war Nadine dran, aber sie weigerte sich strikt, dann eben nicht, also sollte Fridde noch ihr bestes geben. Zuerst sollte sie einen Satz sagen, der so gar nicht gepasst hätte: Wir können uns vielleicht nicht die Namen der Autos merken, dafür wisst ihr nicht mal den Geburtstag eurer eigenen Mutter, geschweige denn von eurer Freundin. Aber den wollte sie nicht sagen, weil sie sich ja damit fast selbst beschrieben hätte. Also lautete ihr Satz lautete ungefähr so: hey Meike, ich bin Friederike, komme aus Eimsbüttel und ich kann mir die Namen der Autos nicht merken, weil sie so lang sind, die der Lippenstift sind wesentlich kürzer und meistens auch viel schöner, außerdem sind da keine komischen Namen enthalten!

Nach dieser interessanten Erfahrung, jetzt weiß ich endlich wie diese angeblich spontanen Antworten zustande kommen, gingen wir noch mal zu Býou Brigitte, weil Hanni sich doch dieses Armband kaufen wollte. Aber ich wurde vorher schon aufgehalten, und zwar von einem wirklich herrlich riechenden Laden, namens Lush. Er war voller Seifen, und anderen gut riechenden Sachen ausgestattet. Ich rief den anderen noch rüber, dass ich gleich nachkomme, aber stattdessen ging nur Hanni zu Býou Brigitte und Nadine und Fridde folgten mir. Hanni kam später mit Armband nach.

So, jetzt werde ich ein bisschen positive Werbung machen: Alle Angestellten wussten super über ihre Produkte Bescheid und haben auch super beraten. Am Ende ging ich mit zwei festen Shampoos (für 80 Haarwäschen!!!) plus Dose und Fridde mit einem Schaumbad und einem Shampoo plus Dose raus. Ach ja, und mit den Seifenproben, die uns die Verkäuferin noch hineingesteckt hatte. Ich habe Apfel und eine pinke (ich glaube, dass war Kakaobutter) bekommen. Nun hatte ich endlich ein perfektes Geschenke- Set für Michaela gefunden. Okay, Lenas und meine Geldbörse kommen dabei nicht unbedingt gut weg, aber egal...

Danach gingen wir los, um den Jungfernstieg aufzusuchen. Dort stiegen wir in die U-Bahn, um genau eine Station weiterzufahren, zum Gänsemarkt. Wahrscheinlich hätte wir zu Fuß weniger Zeit gebraucht, weil wir erst mal Treppen runter, Treppen hoch, die U-Bahn gesucht haben, naja, es war wieder zum Lachen... *ggg*

Auf dem Gänsemarkt habe ich verzweifelt nach einem Supermarkt gesucht, denkt ihr, da war einer? Naja, zuerst sind wir in den UFA-Palast rein, um uns Karten zu sichern, 5,50 € pro Person, eigentlich ging das. Natürlich war meine Unhöflichkeit wieder mal nicht auszuhalten. Anstatt den Typen hinter dem Schalter zu begrüßen, habe ich erst mal unsere „Bestellung runtergerattert“, er hörte aber nicht zu, sondern sagte wortwörtlich: „Hallo erst mal!“

Also grüßte ich zurück und ratterte das ganze noch mal runter. Endlich bekam ich vier wertvolle Karten in die Hand gedrückt. Ich verabschiedete mich höflich und zusammen gingen wir wieder raus, wir hatten ja noch viieell Zeit. Als erstes wollte ich was zutrinken kaufen, aber außer zwei oder drei H&M´s, das Alsterhaus und viele Kleinläden, fand ich nicht. Letztendlich gab mir Hanni was von ihrer Leitungswasserflasche, was echt lieb war.

Aber wir hatten immer noch viel Zeit, also gingen wir in einen Kleinladen, namens Lolli. Dort kaufte ich mit eine Sweatshirtjacke mit der Aufschrift: Hamburg, die war wesentlich wärmer, als mein Cordblazer. Fridde wollte eigentlich auch eine kaufen, aber die Jacken wollten einfach nicht passen!

Zwischendurch telefonierte Fridde noch mit ihrem Vater, der uns abholen wollte, um ihm zu sagen, dass der Film ungefähr um halb sechs aufhörte.

Auf der Straße wurden wir dann noch ein drittes Mal angesprochen, diesmal von einer Teeverkäuferin, die uns Teeproben geschenkt hat. Ich habe eine herbstliche Schwarzteesorte mit Zitronen- und Orangenschalen. Mal sehen, wie der schmeckt! ;)

Dann ging es zurück zum Kino. Die anderen drei wollten noch mal für kleine Mädchen, während ich mir genervt ne Pepsi bei Pizza Hut bestellte. Wenigstens das. Die Pepsi schmuggelte ich dann ins Kino, ich sah nicht ein, mir eine Cola für die Hammerpreise der Kinos zu kaufen.

Natürlich war vor dem Film erst mal ein Kilometer Werbung. Unter anderem wurde NICHT meine Lieblingswerbung gezeigt als ob das zu viel verlangt wäre. Dafür wurde mein Spitzname in einer Eiswerbung benutzt. Naja, immerhin das! ;)

Nach einem weiteren Kilometer Kinovorschau fing endlich Plötzlich Prinzessin an (Nadine hatte Fridde ja überzeugen können). Ich musste an den gleichen stellen, wie schon den Dienstag davor lachen. Ich liebe diesen Film! Fridde war zwar nicht so begeistert, aber sie hatte immerhin zugegeben, das sie ihn besser fand als den ersten (so wie wir anderen auch) und der hatte ja immerhin schon eine 3+ von ihr bekommen!

Nach dem Film stiegen wir in die Bahn, um nach Farmsen zu kommen. Ich habe gelesen und Fridde hat mit Hannis Handy versucht ihren Vater anzurufen, aber das ging nur, wenn die Tür von der u-Bahn offen war, erst beim dritten oder vierten Versuch klappte es. Als wir dann Farmsen erreichten, zwischendurch mussten umsteigen, aber warten mussten wir nicht auf den Anschlusszug, weil er schon da war, mussten wir auch nicht lange auf Friddes Vater warten, der uns abholte.

Ich wurde natürlich nach vorne verbannt und so musterte ich meine Umgebung und  unterhielt mich mehr mit Friddes Vater als mit den anderen dreien.

Als ich dann auf dem Heinrichshof ausstieg und eigentlich die hintere Tür öffnen wollte um mich gebührend von meinen Mädels verabschieden wollte, ist Bernd einfach weitergefahren... Es war aber trotzdem ein schöner Tag. Des restlichen Dienstag war ich dann nur noch mit Lesen beschäftigt! Und mit telefonieren, ich musste Lena ja über unser Geschenk informieren.

© Janine Wenzel